Shakespeare in Music



Die Stücke William Shakespeares stecken voller Musik: Ob Falstaff, Ariel oder Ophelia: Es findet sich kaum eine Rollenfigur, denen der Autor nicht auch ein Lied auf die Lippen schrieb. Ganz zu schweigen von den vielen inhaltlichen Anspielungen auf die Musik seiner Zeit. Das Repertoire in Shakespeares Bühnenstücken reichte dabei von gängigen Gassenhauern bis zu den kunstvollen Lautenliedern eines John Dowland oder Thomas Morley. Das Konzert „Shakespeare in Music” dargeboten vom Ensemble Recercada versetzte die Zuhörer am 21. August 2010 die in die klingende Welt der Shakespeare-Ära um 1600 zwischen derben Bühnenschlager und melancholischer Kunstmusik.

... Königlicher Besuch im Herrenhaus Sickte. Queen Katherine, Protagonistin in Shakespears Drama Henry VIII betritt den Rittersaal. Ein Lautenspieler sitzt in der Ecke und spielt. Vor der Tür erklingt Musik auf der Violone. Katharine singt und entführt die Hörer in eine andere Epoche, in das Elisabethanisches Zeitalter, in die Welt von William Shakespeare.

Der barocke Saal im Herrenhaus Sickte bot das perfekte Ambiente das Programm „Shakespeare in Music“. Dargeboten wurde Englische Theatermusik um 1600 mit Werken von Thomas Morley und John Dowland, sowie von Diego Ortiz. Das Ensemble „Recercada“ hat sich der alten Musik verschrieben. Im Jubiläumsjahr des Herrenhauses Sickte sorgten die Ausführenden Mia Mirén Paulus (Sopran), Christian Horn (Violone) und Simon Paulus (Laute und Barockgitarre) für einen weiteren Veranstaltungshöhepunkt. Simon Paulus führte in die Werke ein. Er erläuterte die Verbindungen der weltbekannten Theaterklassiker aus Shakespears Feder zur Musik jener Ära. Alle Stücke wurden in englischer Sprache gesungen. Übersetzung für die Zuhörer gab es im Programmheft. Mia Mirén Paulus bot mit ihrer timbrierten Sopranstimme faszinierende Gesangskunst dar. Mittels kleiner Accessoires schlüpfte sie in verschiedene Rolle. Schauspielerische Gesten unterstrichen ihre Interpretationen. Sie schuf einen Spannungsbogen von charmant kokettierend bis melancholisch getragen. Bei dieser Präsenz geriet das Spiel beiden Musiker fast zu einer Nebenrolle. Aber nur fast. Simon Paulus und Christian Horn waren nicht nur perfekte Begleiter der Sopranisten, sondern auch Perfektionisten auf ihren Barockinstrumenten, was sie bei verschiedenen Instrumetals bewiesen. Am Ende des szenischen Konzertes lockte ein „lustiges Weib aus Windsor“ die beiden Musiker wieder aus dem Saal. Das Publikum wiederum lockte Sängerin und Musiker zum „Da Capo“ zurück. Bravorufe und minutenlanger Applaus bestätigten, das vier Jahrhunderte alte Musik so ausgezeichnet aufgeführt, immer noch ein besonderer Hörgenuss ist.

Ensemble Recercada:
Mia Mirén Paulus, Sopran
Christian Horn, Violone
Simon Paulus, Laute und Barockgitarre