Tastentaumel 2010



Cembalo und Klavier im Wettstreit
Bach war verbindendes Element




Im Rahmen des Tastentaumelfestivals 2010 fand am 7. März im Herrenhauses Sickte ein hoch interessantes Konzert statt, das viele Zuhörer aus der Region anlockte. Cembalo und Klavier traten im Rittersaal in einen besonderen musikalischen Wettstreit. Das Cembalo, ein historisches Tasteninstrument und Vorgänger des Klaviers, etablierte sich in der Renaissance (15. bis 16. Jahrhundert) und erlebte seine Blütezeit in der Barockmusik, bis es im ausgehenden 18. Jahrhundert. Nach und nach wurde das Cembalo durch das Hammerklavier verdrängt. Die Wiederentdeckung des Cembalos fällt in das frühe 20. Jahrhundert. Amelie Gruner, Cembalistin aus Berlin, spielte auf ihrem eigenen Instrument, einem historischen Nachbau, eines so genannten Kielflügels. Im direkten Vergleich dazu stand ein moderner Flügel, der Braunschweiger Klavierfabrik Grotrian-Steinweg, der von Volker Link, Pianist aus Hannover gespielt wurde. Verbindendes Element beider Tasteninstrumente waren Werke von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750).

Die Künstler führten in die jeweiligen Werke ein, die nach einander gespielt wurden. Die Zuhörer kamen in den einzigartigen Genuss, Bach in direktem Vergleich, auf einem historischem und einem modernen Instrument zu hören. Sowohl Cembalistin Amelie Gruner, als auch Pianist Volker Link begeisterten durch hervorragende Spieltechnik, Interpretation und Intonierung. Im Mittelpunkt des Konzertes standen die Partita B-Dur von J. S. Bach sowie zwei Choräle. Von 1726 bis 1731 veröffentlichte Bach jeweils eine Partita für Cembalo. 1731 fasste er die sechs Kompositionen noch einmal zusammen und veröffentlichte sie als sein Opus 1. Der Originaltitel lautet: „Clavir-Übung bestehend in Praeludien, Allemanden, Couranten, Sarabanden, Giguen, Menuetten, und anderen Galanterien; Den Liebhabern zur Gemüths Ergoetzung verfertiget von Johann Sebastian Bach.“ Das Bach die Gemüter noch heute bewegt, wurde an den lang anhaltenden Beifallsbekunden für ein gelungenes Konzert deutlich. Im Anschluss daran, standen Amelie Gruner und Volker Link für eine musikalische Diskussion zur Verfügung, wobei nicht nur über die unterschiedlichen Bachinterpretationen gesprochen wurde, sondern auch über die Tasteninstrumente, deren unterschiedliche Technik und Bauweise. mr



Volker Link aus Hannover (Flügel) und Amelie Gruner aus Berlin (Cembalo) begeisterten die Gäste im Rittersaal des Herrenhauses Sickte