Konzert venti voci 2010



Der Braunschweiger Kammerchor „venti voci“ (zwanzig Stimmen) widmet sich in seinem neuen Programm dem romantischen Chorlied. Diese Liedgattung hat sich im 19. Jh. in einer Zeit der Krisen entwickelt. Es ist die Ära der Sturm- und Drangzeit, der Revolution und Aufklärung und die Zeit in der die alte Ordnung nicht mehr hält. In Erinnerung an das vergangene goldene Zeitalter, tritt eine grundlegende romantische Intention zu Tage. Zeugen romantischen Empfindens sind Chorkompositionen von Schubert, Mendelssohn, Schumann, Brahms und Rheinberger. Drei Liederzyklen für vierstimmig gemischten Chor von Brahms, Rheinberger und Mendelssohn hat „venti voci“ erarbeitet. Auf Einladung der Sickter Kulturinitiative gastierte der Chor am 24. Januar 2010 im Rittersaal. Er bescherte dem Herrenhaus Sickte zum 300. Geburtstag wahrlich ein Festkonzert. Der Kammerchor brillierte mit einem anspruchsvollen und hochkarätigem a cappella Konzert. Die Liederzyklen stellten hohe Anforderungen an die gesangliche Leistung der Sängerinnen und Sänger dar. Die Vorträge zeichneten durch sich Hingabe zum Liedgut, ausdrucksstarke Interpretationen und sichere Intonierung aus. Im ersten Zyklus sang der Chor „Sieben Lieder op. 62“ von Johannes Brahms. Der Komponist hat darin Texte von Paul Heyse - der 1910 als erster deutscher Belletrist den Nobelpreis für Literatur erhielt - sowie aus der berühmten Sammlung der Heidelberger Romantik "Des Knaben Wunderhorn" von Achim von Arnim und Clemens Brentano verarbeitet. Die Liedfolge ist: Nr. 1 "Rosmarin", Nr. 2 "Von alten Liebesliedern", Nr. 3 "Waldesnacht", Nr. 4 "Dein Herzlein mild", Nr. 5 „All meine Herzgedanken“, Nr. 6 „Es geht ein Wehen“, Nr. 7 „Vergangen ist mir Glück und Heil“. "Waldesnacht" gehört dabei zu den berühmtesten Chorliedern von Brahms.



Zwischen den Liederzyklen erklang Harfenmusik. Amrei Flechsig spielte von Louis Spohr „Fantasie für Harfe c-moll op. 35 und von Alphonse Hasselmann „La Source, Etude de Concert op. 44. Die Werke fügten sich harmonisch in das Konzert ein. Die Harfenistin, die an der Hochschule für Musik in Hannover studiert hat, trat schon bei Konzerten in ganz Deutschland auf. Mit lang anhaltendem Beifall dankten die Zuhörer für den zauberhaften Vortrag. Weiter standen auf dem Programm des Chores: „Liebesgarten“ – Fünf Gesänge op. 80 von Joseph Gabriel Rheinberger und Sechs Lieder op. 59 von Felix Mendelsohn Bartholdy, darunter die bekannte Nr. 3 „Abschied vom Wald“, ein Sinnbild für die Verklärtheit der Romantik. Die Zuhörer im voll besetzten Saal belohnten die herausragende Leistung des Kammerchores mit großem Applaus. Sie erklatschen sich zwei Zugaben. Der Chor sang unter der Leitung von Janis Berzins.




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