
Armin Rütters hat neue historische Kriminalfälle recherchiert, die er im Juni 2009 im Rahmen einer Lesung vorgestellt hat. Rütters zeichnete das Bild zweier Serienmörder nach. „Der Schrecken des Falkenhagener Forstes“ war einer der ersten Serienmörder der Neuzeit in Deutschland und verbreitete trotz Milchbubigesichtes Angst und Schrecken. Fünf Stunden vor seiner Hinrichtung zeigte er seinem Anwalt sein wahres Gesicht. Der zweite historische Kriminalfall, den Armin Rütters recherchiert hat, berichtet vom Würstchenverkäufer am Schlesischen Bahnhof in Berlin. Doch Vorsicht, wenn sie den näher kennen lernen, könnte ihnen das Würstchen im Halse stecken beleiben. Ein kleiner Zeisig hat ihn schließlich zur Strecke gebracht. Die Zuhörer dürfen sich wieder auf eine spannende Lesung mit "Nervenkitzel" freuen. Es wird darauf hingewiesen, dass die Lesung nicht für Kinder unter 14 Jahren geeignet ist.
"Mord ist sein Hobby" - Rückblicke
Am 13.April 2007 fand eine ungewöhnliche Lesung im Hötzumer Bücherhof statt. Aufgrund der milden Temperaturen hatte Buchbindermeister Sven Olbrich die Lesung kurzerhand in den Garten verlegt und dort alles für einen spannenden Leseabend hergerichtet. Zur Einstimmung auf eine Zeitreise in die 40er Jahre, erklang Musik aus einem alten Grammophon von einer rauschend knisternden Schellackplatte. Ein alter Sessel stand für den Vorleser bereit
Armin Rütters stelle sich seinen Zuhörern vor und berichtete zunächst von seinem ungewöhnlichem Hobby: „Mord!“ – Genauer gesagt: „Serienmord!“ Doch halt: Nicht, dass daraus falsche Schlüsse gezogen werden, denn das "mörderische Hobby" von Armin Rütters bezieht sich einzig und allein auf das Interesse an historischen Kriminalfällen, auf deren Recherche, auf das Wühlen und Graben in Archiven und auf das Stöbern in alten Gerichtsakten...
Armin Rütters begann, inspiriert von J. Thorwalds Buch „Das Jahrhundert der Detektive“, vor rund zwei Jahrzehnten Bücher und Aufsätze zum Thema Kriminologie zu lesen. Sein Interesse konzentriert sich dabei auf deutsche historische Kriminalfälle aus den 20er und 40er Jahren. Als seine Mutter vor zwei Jahrzehnten erfuhr, welche Bücher ihr Sohn angefangen hatte zu lesen, konnte sie es nicht glauben und bekreuzigte sich. Mittlerweile ist die Zahl gelesener Bücher und Aufsätze nicht mehr abzuschätzen und ein Ende ist nicht in Sicht. Ansonsten verläuft das Leben von Armin Rütters ganz normal. Seit April 2004 ist er Pensionär und lebt in Sickte. Er ist eine „Leseratte“ und daneben ein „Klassik Fan“. Rütters liebt verregnete Sonntage, Pilzgerichte und skurrile Witze. Das von den Kriminalgeschichten, die er recherchiert und aufgespürt, eine obskure Faszination ausgeht wird daran deutlich, dass Rütters u. a. zum festen Vorleserteam der Braunschweiger Lesereihe: „Mord auf der Oker“ gehört. Abscheu und Fassungslosigkeit über das Geschehene, Schaudern bei gleichzeitiger Spannung, Nervenkitzel, Gruselfaktor - jedoch keine Fiktion, sondern alles authentische Kriminalfälle.
Die Geschichte von Karl Denke, der in den 20er Jahren in Münsterberg in Schlesien lebte, war Thema des Abends. In Zeit von 1903 bis 1924 ermordete Karl Denke 31 Menschen in seinem Haus und führte darüber genauestes Buch. Dieser Fall ist fast in Vergessenheit geraten. Der Ort Münsterberg hat einen Mantel des Schweigens über diese Geschichte gelegt. Aufgrund seiner Recherche hat Rütters viele Fakten über den Schlesischen Serienmörder zusammengetragen. Kein anderer weiß mittlerweile soviel über diesen geheimnisvollen und unheimlichen Menschen namens Karl Denke wie er. Vor sechs Jahren stand Rütters sogar in dem Haus, in dem alles geschah. Die heutige Besitzerin ist immer noch ahnungslos, welches Geheimnis ihr Haus birgt. Rütters hat es ihr auch nicht verraten. Sie wollte ihm dieses Haus sogar verkaufen, doch da Rütters die Geschichte dieses Hauses kennt, hat er dankend abgelehnt.
Rütters führte zunächst in die Zeit der 40er Jahre ein, damit man sich gedanklich ein Bild von diesem Jahrzehnt machen konnte. Rütters berichtete, dass Denke ein unscheinbares unauffälliges und einsames Leben führte. Er war verschlossen und galt schon als Kind als etwas zurückgeblieben. Jedoch – schon immer ging etwas Bedrohliches von ihm aus. Wie bedrohlich, das lässt wirklich jeden erschaudern, der diese Lebensgeschichte hört. Aber, das soll an dieser Stelle nicht weiter erörtert werden, denn Armin Rütters ist auch in diesem Jahr wieder in „mörderischer Mission“ auf der Oker unterwegs und wer mag, kann dort die ganze Geschichte von Karl Denke hören.
Den Hötzumer Zuhörern hat der Bericht von Armin Rütters sehr gefallen, denn die Vortragsweise von Armin Rütters war sachlich dabei gleichzeitig im höchsten Maße spannend - jedoch, auch das sei betont, ohne jedwede Effekthascherei, denn diese spielt sich nur in den Köpfen der Zuhörer ab. mr
Der Schlafmörder
Im August 2008 stellte Armin Rütters einen der rätselhaftesten Fälle in der deutschen Kriminalgeschichte im Hötzumer Bücherhof vor. Dieser Fall beschäftigt den Hobbykrimiologen seit Jahren und ließ ihn nicht ruhen, hinter das Geheimnis des "Schlafmörders" zu blicken. Archive und Aufzeichnungen hat er dafür durchsucht. Mindestens 12 Knaben starben zwischen 1933 und 1935 durch das "Sandmännchen" auf unerklärliche Weise. In seinem diesjährigen Vortrag versuchte Rütters dem Geheimnis um die Mordserie auf die Spur zu kommen. Hierzu stellte er eine neue Theorie vor und schilderte die Sachlage anhand seiner Recherche. Viele Fakten waren offensichtlich damals übersehen wurden. Erneut gestaltete Armin Rütters eine spannende Lesung, die die Zuhörer in ihren Bann zog.