
Europäisch geprägter, lyrischer Jazz traf am 25. April 2009 im Rittersaal des Herrenhauses Sickte auf kubanische Musik. Heraus kam ein außergewöhnliches Konzert, in dem verschiedene Stilelemente und musikalische Einflüsse auf interessante Weise miteinander verknüpft wurden. Eingeladen zu diesem Konzerterlebnis hatten die Sickter Kulturinitiative und Klavierbaumeister Harald Gerecke von der Firma PianoPiano. Zu Gast waren der Braunschweiger Jazzpianist Jan Bahrens und der kubanische Percussionist Gerardo Driggs.
Zum Auftakt der zwei Konzertblöcke spielte Jan Behrens ein freies Intro. Im weiteren Verlauf des Konzertabends standen eigene Kompositionen u. a. „Port K“, „Swedish serenade“ und „call back“ auf dem Programm, neben Klassikern von Gershwin und Ellington. Inspiration für seine Kompositionen, ist nach Angaben des Musikers die Nordsee. Behrens komponiert puristisch und ausschließlich mit Flügel, Bleistift und Notenpapier. Interessant gestaltete sich das Zusammenspiel mit dem energiegeladenen und technisch versierten Musiker Gerardo Driggs. Der Percussionist legte das Fundament für Themen und Improvisationen, daraus entstand ein interessanter Sound, der in Kombination Klavier und Percussion nicht oft zu hören ist. Beide Musiker mussten sich einander annähern, was mit Bravur und zur Freude der Zuhörer gelang. Dennoch ließen sie sich genügend Freiräume für musikalische Experimente und meisterliche Improvisationen.
Um das Konzert in seiner Intensität zu steigern wurde das Duo für zwei Stücke um den Braunschweiger Bassisten Jürgen Osterloh zu einem Trio erweitert. Jürgen Osterloh ist Bassist im "Jan Behrens-Trio", das ab Herbst öfter auf der Bühne erscheinen wird. Mehrere Zugaben erklatschten sich die begeisterten Zuhörer. Bei „Somewhere over the rainbow“ wurde letztendlich das Licht im Rittersaal „ausgeknipst“.
Am 27. Juni 2009 gastiert Jan Behrens noch einmal in Sickte, dann zusammen mit dem „Bob Folk Quintett“. Die Musiker des Quintetts kommen aus Braunschweig und Berlin und spielen seit vielen Jahren zusammen. Dann wird erneut erstklassiger Jazz, diesmal in der Besetzung, Piano, Bass, Schlagzeug, Posaune und Sax zu hören sein. mr