Link: Tobias Wagner

Im Juni und Juli 2007 stellte der bekannte Cartoonist Tobias Wagner Zeichnungen aus seiner Serie "Aus Wagners Sicht" im Herrenhaus Sickte aus.

Tobias Wagner nimmt im wahrsten Sinne des Wortes vieles „wortwörtlich“. Aus dem "beim Wort nehmen“ entwickelt er Wortspielereinen, aus den Wortspielereien, zieht er logische Schlussfolgerungen mit „Aha-Effekt“. An seinen gewonnenen Erkenntnissen lässt Tobias Wagner seine Mitmenschen teilhaben, denn er ist der Zeichner der bekannten Cartoon-Serie: „Aus Wagners Sicht“. Im Rahmen einer Ausstellung, zu der die Sickter Kulturinitiative eingeladen hatte, waren 30 Cartoons sowie Entwurfsvorlagen im Sickter Herrenhaus zu sehen. Mit der Cartoon-Ausstellung präsentierte die SiKKi erstmalig eine besondere Kunstform aus dem Bereich der Grafik. Als Cartoon wird eine kleine komische oder satirische Geschichte mit Pointe bezeichnet, die in einem Bild dargestellt wird. Die vielen Besucher, die die Ausstellung im Sickter Herrenhaus besuchten, stellten sehr schnell fest, dass Tobias Wagner wahrlich ein wortgewitzter Meister der Pointe ist. Lobende Worte und viele Einträge mit Kommentaren wie „Einfach super!“ und „Vielen Dank!“, wurden in das Gästebuch eingetragen. Samtgemeindebürgermeister Dr. Arne Pautsch (rechts) und Margit Richert von der SiKKi dankten Tobias für die gelungene Ausstellung.

Wagner über Wagner
Mit der Zeichnerei fing ich schon sehr früh an. Bereits im Kindergarten und der Grundschule habe ich viel gemalt. Das erste Bild von mir, was kritisch bewertet wurde, war das, was alle Schüler beim Test vor der Einschulung malen sollten. Ich malte ein Bild von einem Krokodil, das einen Fisch frisst. Nach Ansicht des Psychologen deutete dies auf ein aggressives Wesen hin. Dabei hatte der kleine Tobias am Tag zuvor nur „Expeditionen ins Tierreich“ gesehen. Diese Kindheitserinnerung ist wohl auch schuld daran, dass ich einer Interpretation von Bildern (nicht nur meiner eigenen) kritisch gegenüber stehe.
Meine eigentliche „Ausbildung“ zum Comiczeichner begann klassisch: Unter der Schulbank. Auf der Realschule fanden meine Lehrerkarikaturen und kleinen Bildergeschichten reißenden Absatz bei den Mitschülern. Auch die Lehrer, die mich ab und an im Unterricht erwischten, fanden es größten Teils dann doch amüsant. Noch heute sprechen sie mich sofort darauf an, wenn ich sie auf der Straße treffe. Gleiches gilt natürlich auch für meine Mitschüler, die sich fast alle selbst als „die größten Fans“ betrachten.
Nachdem die ersten Comics mit Bleistift entstanden, entwickelte ich meine Technik im Laufe der Zeit weiter. Heute sind die Cartoons mit Fineliner gezeichnet und werden am Computer coloriert. Als meine Idole könnte man F. Ibanez (Clever & Smart) und Matt Groening (Die Simpsons) ansehen. Die Cartoon-Serie „Aus Wagners Sicht“ startete Ende November 2004 im Wolfenbütteler Teil der Braunschweiger Zeitung. Seit dem erfreut sich die Cartoon-Serie mit dem Mann mit der roten Kappe und dem gelben „L“ wie Lessing auf dem T-Shirt großer Beliebtheit. Es geht in den Cartoons immer nur um das Eine: die Schwierigkeiten der deutschen Sprache. Wortspielereien sind hier Pflicht. Davon gibt es bei uns eine ganze Menge. Im ähnlichen Rahmen mit anderen Figuren waren die Cartoons fester Bestandteil auf der Homepage der ersten Staffeln der Sat.1-Show „Was guckst Du?!“ mit Kaya Yanar. Auch diese Idee mit den Wortspielen entstammt der Schulzeit. Im Englischunterricht der 9. Klasse erblickte der erste Comic mit den Doppeldeutigkeiten das Licht der Welt.
Beruf: seit 2002 freiberuflicher Künstler & Publizist (Illustrationen, Layout & Presse)
Hobbys: Fotografieren, Kochen, Backen, Lesen (hauptsächlich naturwissenschaftliche Bücher; Lieblingsautor Bernhard Grzimek)
"Tierische Typen"
Im April 2008 präsentierte die Sickter Kulturinitiative eine Fotoausstellung von Tobias Wagner im Herrenhaus Sickte.
Die Tierfotografien von Tobias Wagner waren beeindruckend, so blickte man in die Augen eines nachdenklichen Schimpansen, schaute einem Elefanten förmlich in den Rüssel oder wurde von einem mies gelaunt dreinblicken Hund beobachtet. Rund 30 Fotos, die in den letzten Jahren entstanden sind, hatte der 30-jährige Schöppenstedter für die Ausstellung "Tierische Typen" ausgewählt.

„Tiere haben Persönlichkeiten und ich versuche, diese auf Portraits festzuhalten“, sagt Wagner, der eher für Cartoons als für Fotos bekannt ist. Doch dabei ist die Fotografie sein täglich Brot. Arbeitet er doch als Bildjournalist - und ist übrigens Vegetarier. mr