„Es war eine große Freude für mich, auf diesem Flügel spielen zu dürfen." Mit diesen Worten bedankte sich die Berliner Pianistin Stephanie Hoernes bei der Sickter Kulturinitiative für die Organisation einer Mozart-Soirée, am 12. August 2006 im Rittersaal des Herrenhauses Sickte stattfand.
Im Mittelpunkt des Konzertes standen die Klaviersonaten B-Dur KV 333 und a-Moll KV 310. Beide Sonaten werden dem Jahr 1778 zugeschrieben, ein schicksalhaftes Jahr für W. A. Mozart. Margit Richert, die zu Beginn des Konzertes eine kurze Einführung zu Leben und Werk des großen Musikgenies gab, blickte im 2. Teil des Konzertes mit der Entstehungsgeschichte beider Sonaten sowie mit der Lesung eines Briefes, der von Mozart am 3. Juli in Paris geschrieben wurde, auf das Jahr 1778 zurück:
„Mozart musste auf Befehl seiner Vaters seine große Liebe Aloysia Weber in Mannheim zurücklassen und mit seiner Mutter nach Paris fahren. Die hoch verschuldete Mozart Familie hofft nunmehr auf Erfolg in Paris, wo Wolfgang Amadeus zu Ruhm, Ehre und Geld kommen soll. Dort geschieht eine Katastrophe, denn Mozarts Mutter Maria Anna Mozart erkrankt und stirbt. „das werde ich gewiss mein lebetag nicht vergessen“, schreibt Mozart an den Vater in Salzburg.“ Irgendwann in dieser Zeit komponiert Mozart die Sonate a-moll KV 310, seine erste Moll-Sonate für Soloklavier, die, mit Ausnahme der späteren Sonate in c-moll, auch seine einzige bleiben wird. Es ist ein Werk mit einer neuen, ungewöhnlich persönlichen Tonsprache, dessen „tragische Grundstimmung“ immer wieder in Zusammenhang mit den schicksalhaften Ereignissen jener Pariser Monate gesehen wird. Die Sonate KV 333 ist eines der bekanntesten Klavierwerke Mozarts und ein Meisterstück seiner Gattung, aus dem schwungvolle Leichtigkeit und Brillanz sprechen. Obwohl die Mozartforschung lange die Theorie hegte, dass diese Sonate ebenfalls im Jahr 1778 entstand, datiert man das Werk heute aufgrund zahlreicher Papier-Analysen auf Ende des Jahres 1783."
Durch brillantes meisterhaftes Spiel, gepaart mit der Fähigkeit sich auf die menschlichen Gefühlswelt des Komponisten einzulassen und diese zu interpretieren, wurde den begeisterten Zuhörern durch die Gegenüberstellung beider Sonaten ein faszinierender Einblick in die Welt von W. A. Mozart geboten, der selbst ein exzellenter Pianist war.
Stephanie Hoernes schöpfte aus dem grenzenlosen melodischen Einfallsreichtum und präsentiere die unterschiedlichen Stile beider Sonaten eindringlich und nachhaltig. Fazit: Ein Meisterabend zu Ehren von W. A. Mozart im Jubiläumsjahr 2006. mr