Jürgen Fechner

"Die beste Ehefrau von allen"
Jürgen Fechner liest Epharim Kishon



Mit: „Fechner liest Kishon“ eröffnete die Sickter Kulturinitiative am 5. Oktober 2006 eine neue Vorlesereihe unter dem Motto: „Dämmerschoppen-Lesung“ im Hötzumer Bücherhof.

Ephraim Kishon, seines Zeichen Meister der Satire, lieferte den Vorlesestoff, der von Jürgen Fechner ausgewählt und gekonnt vorgetragen wurde. Bevor vorgelesen wurde, gab Kishon-Fan Jürgen Fechner eine kurze Einführung über das Leben und Wirken des berühmten Satirikers, der 1924 in Budapest geboren wurde und im Jahr 2005 an einem Herzanfall in der Schweiz verstarb. Die Zuhörer erfuhren, dass die in Kishons Geschichten oft erwähnte „beste Ehefrau von allen“ seine zweite Frau war, mit er von 1959 bis zu ihrem Tod im Frühjahr 2002 zusammen lebte. Kishon war einer der berühmtesten Schriftsteller Israels und der erfolgreichste Satiriker der Gegenwart.

Kishons Bücher wurden millionenfach verkauft und in viele Sprachen übersetzt. Der Satiriker hatte einen scharfen Blick für menschliche Schwächen. Pointiert und treffsicher machte er diese zum Thema seiner Geschichten. Zielscheibe von Kishons Satiren waren neben den kleinen Ärgernissen des Alltags, vor allem die Bürokratie und die große und kleine Politik.

Jürgen Fechner, der aufgrund seines Berufes als Polizeibeamter, mit allzu menschlichen Schwächen vertraut ist, eröffnete er die Lesung „augenzwinkernd“ mit der Geschichte: „Strafmandat bleibt Strafmandat!“. Fechner erzählte den Zuhörern, dass er bereits im Jahr 1970 zum großen Kishon-Fan avancierte. Damals leistete er seinen Bundeswehrdienst bei einer Fernmeldeeinheit der Luftwaffe ab, wo ihm das Buch: „Wie unfair David“, die dienstfreie Zeit in der Kaserne verkürzte. Deutliche Spuren oftmaligen Lesens, veranlassten Buchbindermeister Sven Olbrich, zum Zwischenruf: „Ich kann das Buch von David ja neu einbinden, dann hält es noch mal so lange.“ Da Fechner äußerst kurzweilige und vor allem für jeden nachvollziehbare Geschichten ausgewählt hatte, verging die Lesestunde wie im Fluge.

Einig waren sich die Zuhörer darüber, dass die Geschichten völlig anders empfunden werden, wenn man sie hört, statt selbst zu lesen. So kullerten dann auch heftig die Lachtränen bei den Satiren: „Du sprechen rumänisch“, „Ihre Zimmernummer Sir“, „Film-Sequenz“, „Jiddischer Poker“ und „Neigung zu Regenschirm Verlusten“. Auch Fechner musste manchmal inne halten, bevor er weiter lesen konnte. Dass er eine gute Auswahl getroffen hatte, bewiesen der Applaus und die sich anschließenden Gespräche über Kishon, in gemütlicher Werkstattrunde bei einem Schoppen Wein.

Im Rahmen dieser Vorlesereihe ist „Mitmachen erwünscht!“ Die SiKKi und der Hötzumer Bücherhof möchten all jenen „Bücherwürmer“ und „Leseratten“ ein Forum bieten, die ebenfalls ihre Lieblingsautoren/-bücher vorstellen möchten.

Am 5. Oktober 2007 gestaltete Jürgen Fechner eine weitere Kishon-Lesung mit Geschichten aus der Feder des "besten Satiriker von allen..." mr