Dr. Dietrich Wegner

„Up´n Dörpe“



Im Dezember 2006/Januar 2007 präsentierte die Sickter Kulturinitiative die Bilderausstellung „Up´n Dörpe“ von Dr. Dietrich Wegner. In dieser Ausstellung werden Szenen aus dem Dorfleben im Braunschweiger Land um 1950 dargestellt. Im Jahr 2005 hat Dr. Wegner damit begonnen, Recherchen für ein unter gleichem Titel geplantes Buch anzustellen. Das Werk aus Zeichnungen und dazu bislang fertig gestellten Texten beschreibt die Zeit nach dem großen Krieg und vor dem stürmischen Wandel, hin zu einer modernen Technik- und Informationsgesellschaft. Dr. Wegner bezeichnet diese Zeit als „den Rest der guten alten Zeit“. Hierzu hat Dr. Wegner viele Stunden mit Zeitzeugen zusammen gesessen. Er hat Material aus deren vielfältigen Berichten, Erzählungen, Anekdoten, Erlebnissen und Informationen zusammen getragen. Das Leben auf dem Dorf wird thematisiert - die zahlreichen Dorfgeschichten stehen dabei beispielhaft für viele große und kleine Dörfer in der hiesigen Region. Aber nicht nur, denn sie könnten sich ebenso in Südoldenburg, Holstein, Mecklenburg, Hessen oder Westfalen zugetragen haben Dem Thema liegt das bäuerliche Wirtschaftsjahr 1950 zugrunde, das sich durch die Geschichten zieht, gleichsam wie die Geschichten der Handwerksleute, der Tagelöhner, Mägde, Melker, Hausschlachter und all der anderen Mitglieder einer vielfältigen Dorfgemeinschaft zu jener Zeit. Auf diese Weise entsteht ein farbenfrohes Bild des Dorflebens, im Ablauf der Jahreszeiten dieses einen Jahres. Die zahlreichen Zeichnungen zeigen die Menschen bei ihrem bunten Tun. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung las Dr.Wegner die ersten fertigen Texte.



Dr. Dietrich Wegner wurde 1942 in Braunschweig geboren und wuchs in dem kleinen Dorf Semmenstedt im Kreis Wolfenbüttel in einem Tierarzthaushalt auf. Durch den Beruf des Vaters geprägt, übernahm er nach seinem veterinärmedizinischen Studium in Hannover und München 1969 die väterliche Praxis. Im gleichen Jahr heiratete er und ist seitdem in seinem Heimatdorf als praktizierender Tierarzt tätig. Heute ist er 65 Jahre alt – inzwischen Vater dreier erwachsener Kinder – und findet immer mehr Zeit sich in seiner liebsten, aber lange vernachlässigten Beschäftigung zu widmen: der Malerei. Dietrich Wegner hat keine akademische Kunstausbildung erhalten. Alles, was er mit Zeichenstift, Feder, Kreis oder Pinsel gestaltet ist durch Übung und genaues Beobachten erworbenes handwerkliches Geschick. Alle seine Bilder sind ganz unzeitgemäß wirklichkeitsnah, so gar nicht künstlerisch verformt, dafür aber ungeheuer lebendig – gar nicht provokativ, aber liebevoll gestaltete Szenen.

Immer noch sind Tiere sein bevorzugtes Motiv, aber seit fünf Jahren befasst er sich zunehmend mit der Darstellung von Menschen – nie als starres Portrait, sondern immer in Aktion. All seine Bilder erzählen Geschichten und geben der Vorstellungskraft der Betrachter viel Raum für eigene Gedanken zum abgebildeten Geschehen. In den vergangenen vierzehn Jahren hat Dietrich Wegner folgende Einzelausstellungen eröffnet: „African Safari“ – Tierbilder aus der Wildnis Südafrikas; „Kavalkade“ – das Pferd in allen Variationen; „Alle meine Tiere“ – von Haustieren auf den Höfen und aus den Ställen zum 30. Praxisjubiläum; daneben eine Vielzahl Hunde-, Katzen- und Pferdeportraits seiner vierbeinigen Patienten, die in ständig wechselnden Präsentationen in den Praxisräumen gezeigt werden. In den vergangenen Jahren entstand Bild-Dokumentationen mit humanitären Inhalt für die Tschernobyl-Initiative: „Wunden heilen langsam“ und „Verlorenes Land“, sowie für Amnesty International „Nein – Bilder gegen Menschen-Unrecht“ als Wanderausstellungen. Im Jahr 2005 präsentierte die Sikki die Ausstellung „Wildwechsel“, zu der unter gleichnamigen Titel ein Buch erschienen ist. Im Jahr 2006 zeigte die Sikki die Ausstellung "Nein - Bilder gegen Unrecht und Gewalt" zum Tag der Menschenrechte. mr

Aktuelle Ausstellung
"Leben im Frünen Band" heißt die aktuelle Ausstellung von Dr. Dietrich Wegner.
Vom 27.07. bis 14.09.2008 wird die Ausstellung in der Hornburger Museumsgalerie, Montelabbateplatz 1 in Hornburg gezeigt.
Link: Hornburger Museumsgalerie